In
vielen Dachböden der Bergeller Wohnhäuser
sind immer noch erhaltenswerte Familienbriefe und öffentliche
Dokumente von historischem Interesse zu finden. Das Ziel des Archivs
ist, in erster Linie diese Schriften optimal zu konservieren, sie
unter Berücksichtigung zeitgemässer Kriterien zu katalogisieren
und Studierenden und anderen Interessenten zur Verfügung zu
stellen. Das Archiv wendet sich an all jene Leute, die im Besitz
von alten Dokumenten sind, und bittet, diese auf keinen Fall wegzuwerfen,
sondern sich damit ans Archiv zu wenden.
Das in Castelmur katalogisierte Material von Privaten besteht aus
Kauf- und Verkaufsverträgen, aus Dokumenten zu Umtausch und
Schätzung von Grundstücken, aus Erbteilungen. Inventarisierungen,
Familienbriefen. Besonders faszinierend sind die Emigrantenbriefe
aus dem18. und 19. Jahrhundert, der Blütezeit der Bündner
Auswanderung. Bei den öffentlichen Akten erscheinen Verträge
zwischen Gemeinden und Gemeinschaften, Passerteilungen, privat-
und strafrechtliche Rechtshandlungen, Testamente.
Mit seinem Buch über die Bündner Auswanderung „Fast
ein Volk von Zuckerbäckern“ und mit der gleichnamigen
Ausstellung im Landesmuseum Zürich von 1989, die er Castelmur
geschenkt hat, hat der Autor Dolf Kaiser in Zusammenarbeit mit
Florio Pult den Grundstein des Archivs gelegt.